bild ballonerweiterungBesteht ein Verschluss oder eine Verengung der Herzkranzgefäße kann das betreffende Gefäß durch eine Ballonweitung (Perkutane Transluminale Coronare Angioplastie) behandelt werden. Dabei wird, nachdem die Engstelle mit einem feinen Führungsdraht überwunden worden ist, über diesen Draht ein Ballonkatheter in die Engstelle eingeführt und dort mit hohem Druck (4-20 atm) entfaltet. Nach kurzer Aufdehnung wird der Ballon wieder abgelassen. Im entfalteten Zustand wird er aus der Engstelle wieder entfernt und das Ergebnis mit einer Kontrastmittelinjektion kontrolliert.



In den meisten Fällen wird zusätzlich ein röhrenförmiges Metallgeflecht (Stent) in die Läsion implantiert, welches die Gefäßwand stützt. Der Stent wird dabei auf einem Ballonkatheter zusammengefaltet in die verengte Gefäßregion vorgeschoben und dann durch Aufblasen des Ballons entfaltet und in die Gefäßwand eingepresst. Nach Zurückziehen des entfalteten Ballons verbleibt der Stent dauerhaft in der Gefäßwand.


bild aufnahme stentEin mögliches Problem nach einer Ballonweitung/Stentimplantation ist die Wiedereinengung der behandelten Stelle (Restenose), die nach Gefäßbeschaffenheit und einigen anderen Faktoren mit einer Häufigkeit von 10-30% auftritt. Sie ist hervorgerufen durch einen „überschiessenden Vernarbungs-prozeß“ der Gefäßinnenhaut (Intimahyperplasie) und spielt sich typischerweise innerhalb der ersten 6 Monate nach dem Eingriff ab.

Medikamentös beschichtete Stents, die eine Wiedereinengung verhindern sollen, sind seit 2002 in Verwendung und reduzieren das Risiko auf etwa 5%. Sie erfordern aber deutlich längeren Einsatz von blutverdünnenden Medikamenten und können in Einzelfällen zu Gerinnselbildung neigen. Somit muss die am besten geeignete Therapieform nach den individuellen Voraussetzungen des Patienten ausgewählt werden. Zur Verfügung stehen neben konventionellen Ballons und Stents, sowie medikamentös beschichteten Stents, neuerdings auch medikamentös beschichtete Ballons, die das wachstumshemmende Medikament während der Ballonaufdehnung an die Gefäßwand abgeben.